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Pferdekauf in Spanien?

Verfasst: Mi, 23. Jul 2008 11:27
von Annie
Hat es jemand getan? oder kennt Ihr jemanden?
Wie lief es ab, gab es Probleme?
bitte um viele Infos und Erfahrungsberichte
lg
annie :D

Verfasst: Mi, 23. Jul 2008 12:44
von FoxOnTheRun
Hi! Ich hab es zwar nicht getan, aber ich kenne 2 Leute, die es getan haben. Die eine hat eine PRE Stute quasi aus dem reiturlaub mitgebracht, die Andere hat einen HispanoAraber quasi vom Video weg gekauft, sie hatte außer dem Video nur eine Empfehlung einer Bekannten, die schon mal auf dem Betrieb vor Ort war.

Vom Organisatorischen her lief es beide Male sehr gut. Das Pferd wurde jeweils pünktlich, wie besprochen und in gutem Zustand geliefert. Die Formalitäten wurden reibungslos und mit großer Unterstützung aus Spanien abgewickelt.

Allerdings haben beide Pferde irgendwie einen Schlag. Die Stute war am anfang sehr lieb und umgänglich, entwickelte sich im Laufe der Zeit immer mehr zum OneManHorse, und zwar dermaßen, daß der Stallbetreiber sie nciht mehr auf die Koppel birngen konnte. Sie ließ sich nur noch von Ihrer Besi am Halfter anfassen/Führen.

Der Wallach war von anfang an sehr temperamentvoll (ok, noch kein Makel) und entwickelte sich auch, je mehr er sich eingelebt hatte charakterlich immer mehr zu seinem Nachteil. Mittlerweile würde ich ihn fast als gefährlich einstufen. Auf der Weide schlägt er gezielt nach Menschen aus und es ist jedes Mal ein Drama, bis man ihn eingefangen hat, egal wer das versucht. Richitg entspanntes Reiten ist mit ihm auch nicht möglich, er hat keinerlei Vertrauen zum Menschen und reagiert oft total über.

Das muß jetzt hier nicht bedeuten, daß das mit allen Pferden so ist, es gibt sicherlich genügend gegenbeispiele. Hier spielt vielleicht auch der Umgang der Besis mit den Pferden eine Rolle, beide sind eher Hätschler als konsequent mit letzter Konsequenz. Man muß einfach berücksichtigen, daß in Spanien Pferde anders ausgebildet werden und anders mit ihnen umgegangen wird. Das Prägt die Pferde auch.

Außerdem sollte man genau wissen, wo man sich die Pferde kauft, oft wird nur der Ausschuß, den dort keiner haben will teuer nach D verkauft.

Ich persönlich würde, wenn ich sowas machen würde auf jeden Fall persönlich da hin fahren, mir alles ansehen, wie die Pferde gehalten werden und wie mit ihnen umgegangen wird und dann käme für mcih auch nur ein völlig rohes Pferd in Frage, das noch keine Bekanntschaft mit der Sereta gemacht hat.

Das Transportunternehmen spielt da dann auch keine unerhebliche Rolle. Die Leute, die den Hispanowallach gebracht haben, waren sehr professionell. Das Pferd kam zwar steif, aber sauber, gesund und wohlgenährt bei uns an. Die hatten auch noch weitere Pferde dabei, die bei uns am Hof erstmal getränkt und gefüttert wurden. Und dann wurde der Mist rausgeräumt. Der transporter war klimatisiert und wenn mich nciht alles täuscht, gabs auch selbsttränken, wenn auch nciht mit wirklich kaltem Wasser.

Dabei muß ich noch dazu sagen, daß mein Pferd selbst ein Ostblockimport ist, bei dem mit seinen 20 Jahren immer noch teilweise Traumata durchbrechen, die ihn scheinbar an seine schlimme Kindheit erinnern. Ich bin da also ein gebranntes Kind und daher sehr vorsichtig. Wenn ich ein Pferd importieren wpürde, dann müßte es schon ein außergewöhnliches sein, was hierzulande nicht zu bekommen ist.

Verfasst: Mi, 23. Jul 2008 13:03
von emproada
Ich habe mir mein Pferd in Portugal bei einem bekannten "Reitmeister" gekauft. Paco war damals anlongiert und einige Wochen unter dem Sattel, allerdings nicht halfterführig, extrem kopfscheu, panische Angst vor Gerten und Hufe geben hat auch nicht wirklich funktioniert.
Man muss sich halt im Klaren sein, dass man sich mit einem Importpferd garantiert keine leichte Augabe antut und sehr viel Zeit investieren muss, das Vertrauen eines solchen Pferdes zu erlangen. Selbst nach 6 Jahren in D ist er Fremden gegenüber immer noch extrem misstrauisch und es tauchen beim reiten immer noch Probleme, die von anreiten mit Kandare herrühren, auf.
Ich wollte mein Pferd nie missen und bin auch froh, ihn damals gekauft zu haben, aber man sollte bitte nicht erwarten, dass es einfach wird oder gar davon ausgehen, dass diese Pferde Menschen als etwas besonders liebenswürdiges empfinden.

Verfasst: Do, 24. Jul 2008 16:50
von Annie
Danke euch beiden erst mal,
Hier wird es doch noch andere Adalusier Besitzer geben???
Wo hab ihr eure Pferde her? wie geht es euch mit denen?
lg
annie

Verfasst: Do, 24. Jul 2008 17:15
von Ghamali
Hallo Annie!

Ich kann Dir wahrscheinlich nicht viel helfen, will aber gerne berichten, was ich über die mir bekannten aus Spanien importierten Pferde weiß:

Ich kann von dem Pferd einer Freundin berichten, das aus Spanien kam. Kein reiner PRE, heutzutage ist er unreitbar. Ich weiß nicht mehr recht warum, aber er hat gesundheitlich die ganze Zeit schon Schwierigkeiten gemacht.

Dann kenn ich noch den Fall, daß ein Hispano-Araber hergeholt wurde, der auch nach einiger Zeit völlig durchknallte und Menschen angriff und ganz massive Rückenprobleme hatte (aber super hübsch und sauteuer war). Der wurde dann nach 3 Bereitern und 2 Stallwechseln verkauft (armes Pferd!).

Ich selber habe einige Zeit auf einem Gestüt in Spanien gearbeitet und würde mir jedenfalls von da nie im Leben ein Pferd hierher holen. Schlechte Rücken, Inzucht, krasse Trainingsmethoden, die Aufzucht für mich inakzeptabel und affig hohe Preise haben sie allemal... 2 Pferde von dort gingen nach Deutschland in meiner Zeit. Sie waren ausgemustert, sollten zum Schlachter und wurden auf Betreiben der damaligen Bereiterin dort (Hut ab!) ohne Brand und Papiere nach Deutschland vermittelt. Hab leider keine Ahnung, wie es denen heute geht.

Ich weiß, daß Alasca hier aus dem Forum ihre Pferde direkt aus Spanien hat, vielleicht schreibst Du sie mal direkt an und fragst nach?

Aber wenn man vor Ort ist, von Pferdebeurteilung Ahnung hat, die Aufzucht beurteilen kann, dann: warum nicht? Ist doch letztendlich Pferdekauf wie überall, ob nun Spanien oder Deutschland, Warmblut oder PRE, ne AKU wird auch dort möglich sein.

Von den Transporten hab ich jedenfalls auch nur Gutes gehört, das scheint jedenfalls nicht das Kriterium zu sein, das einen Kauf dort ausschließen sollte.

Willst Du Dir ein Pferd in Spanien kaufen? Erzähl doch mal warum und was und wo und überhaupt!

Verfasst: Do, 24. Jul 2008 23:16
von Alasca
Hallo,

nun will ich mich auch mal zu Wort melden... :wink:
Ich habe meine beiden PRE’s aus Spanien und habe es nicht bereut! Es sind beides tolle Pferde und sie haben keinerlei gesundheitliche Probleme.
Natürlich sollte man nicht auf blauen Dunst nach Spanien fahren und sich dort einfach ein Pferd kaufen, da kann man schon sehr über den Tisch gezogen werden. Viele Leute verlieben sich im Urlaub in ein Pferd was sie reiten und nehmen es mit nach Hause und dort kommt dann das große Erwachen, denn man muss auch mit einem Iberer umgehen können und einiges zu den Rassen und der Reitweise wissen – viele bedenken das nicht und holen sich dann zu Hause keine qualifizierte Hilfe.
Wenn ich in Spanien (oder auch Deutschland) Pferde anschauen gehe, weiß ich genau, wo ich hinfahre! Es gibt nicht nur schlechte Pferde da, ganz im Gegenteil, man muss sich nur auskennen und auch wissen, was man da kauft. Das man für ein gut gerittenes Pferd, das auch reell ausgebildet ist und volle Papiere hat, einiges zahlen muss, ist klar. Wenn man nicht auf Papiere besteht, gibt es sicher auch günstigere Varianten oder man schaut einfach mal in Deutschland, wobei die Preise hier teilweise völlig überzogen sind. Auch hier gilt – man muss wissen, wo man hingeht...
Außerdem ist nicht alles in Spanien schlecht, brutal oder ähnliches – es gibt genauso gute und schlechte Gestüte, Reitställe und Ausbilder/Bereiter wie in allen anderen Ländern auch.
Falls du Hilfe bei der Suche nach einem PRE brauchst, kannst du dich gerne bei mir melden...

LG Nadin

Verfasst: Fr, 25. Jul 2008 14:26
von Annie
Danke Alcasa ich komme gerne darauf zurück.
Grundsätzlich steht der Pferdekauf erst nächstes Jahr ins Haus, für die klassische Reitweise eignen sich Barocke Rassen besonders gut wie wir alle wissen :wink:
Meine Überlegung war einen Lipizzaner oder einen Andalusier, besonders wichtig ist mir ein Pferd mit ruhigen ausgeglichenen Wesen und passenden Exterieur.
Lipizzaner kenn ich nun schon zur genüge und würde sagen das der Großteil nicht einfach ist, aber sich natürlich immer wieder ausnahmen finden.
Der Andalusier wäre vom Erscheinungsbild mein Traumpferd, leider sind aber gerade auch hier sehr widersprüchliche Beschreibungen zu finden von extrem schwierig bis absolut Problemlos (wie bei allen Rassen)
Je länger ich darüber Nachdenke um so mehr denke ich das ich in D. oder Ö. kaufen werde um mir die Pferde sehr genau ansehen zu können.
habt ihr Empfehlungen Züchter/Händler ????

Verfasst: Fr, 25. Jul 2008 14:40
von emproada
@Annie: sorry, aber gerade für ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen sind nicht unbedingt die iberischen Pferde bekannt. Da mag es auch solche Vertreter geben, aber bei den Lusitanos habe ich persönlich noch kaum einen gefunden. Nervenstark und arbeitswütig ja, aber definitiv nicht ruhig!

Ansonsten: www.showpferd.de und www.lusitano.at

Verfasst: Fr, 25. Jul 2008 14:46
von summer
www.lpizzanerhof.at - haben immer wieder nette lippis.

...

Verfasst: Do, 31. Jul 2008 11:40
von roniybb
Ich habe meinen Menorquin (damals 1,5 Jahre alt) aus Mallorca bekommen. Der Züchter hat ihn mir direkt bis vor die Tür gefahren. Das einzige, was ich an dem Pferd bemängelt habe, waren die Hufe. Schlecht gepflegt. Aber sonst ist es ein Spitzenpferd, leider mußte ich ihn kastrieren, aber ich habe keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. LG