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Verfasst: So, 14. Aug 2011 23:17
von sinsa
@Cubano es geht in diesem Thema darum ab wann man mit dem SH beginnen kann. Es geht nicht nur darum ab wann man TRAB-SH reiten kann.
Es geht ja nichtmal um SH auf der Geraden oder der Kreislinie.
Und ja, wie Du selber andeutest: Ja. Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen Trab SH auf der Kreislinie und einem SH im Schritt auf der Geraden
So gesehen: Jupp, ich gehöre in die Kategorie, die zwar Basics durchaus für wichtig hält und ich glaube auch - einfach, weil ich es genauso auch erlebt habe - daran, dass bei richtiger Basisarbeit die "Lektionen" wie z.B. das SH einem geschenkt wird.
Zusätzlich halte ich ein SH im Schritt absolut nicht für sinnlos sondern für einen verdammt wertvollen Baustein für die Arbeit mit dem Pferd. Aber gut, das hängt womöglich auch mit den persönlichen Vorlieben und Erfahrungen zusammen, die man so macht. Ich schätze ja z.B. auch die Arbeit an der Hand und würde sie als Baustein der Arbeit nicht mehr missen wollen.
Verfasst: So, 14. Aug 2011 23:19
von Cubano
Yep, Sinsa, ich denke da liegt auch die unterschiedliche Auffassung über den richtigen Beginn des SH begründet…
Verfasst: So, 14. Aug 2011 23:33
von sinsa
Gibt es so einen großen Unterschied tatsächlich? Auch das SH im Schritt muss richtig vorbereitet sein und ich glaube, dass mittlerweile doch so einige ein SH im Schritt reiten und auch ein SH auf der Geraden am Anfang zu schätzen wissen. SH ist ja als Lektion kein Selbstzweck. Darüber sind wir uns hoffentlich alle eingig drüber, oder. Das Schritt-SH hilft bei der Verbesserung der Volten und erleichter auch die Zirkelarbeit. Zusätzlich wird einiges im Pferd schön gelockert und beweglich gemacht. Und am Ende ist es so wie immer: Alles, was ich einer Gangart erabeitet habe, hilft mir, in der nächsthöheren Gangart.
edit: der letzte Absatz war völlig OT also hab ich ihn wieder rausgenommen.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 07:13
von Finchen
Cubano hat geschrieben:Finchen hat geschrieben: im Gegenteil, ich persönlich meine mich besser ins SH zumindest im Schritt einfummeln zu können als einen ordentlichen Trabzirkel zu reiten.

Okay Finchen, und da haben wir den Unterschied zwischen uns beiden
Persönlich halte ich SH im Schritt für definitiv sinnlos, weil mir der Schwung fehlt und weil ein SH im Schritt für mich auch nicht versammelnd ist. Deshalb gehen wir da auch von unterschiedlichen Voraussetzungen aus. Ausnahme: Ich habe ein Pferd, dem ich den Ablauf von SH erst mal klar machen muss. Das geht vielfach im Schritt einfach besser.
Und sorry Leute, wenn Ihr wirklich meint, ein SH sei nicht anspruchsvoller als eine korrekt gerittene Trabvolte – dann… öh, nu hab ich ganz vergessen, was ich schreiben wollte. Breitgrinst

Ich meine ja gar nicht, dass ein SH simpel ist im Vergleich oder auch nur einfachER.
Aber tüfteln muss ich bei allem - ist halt die wenig ideale Kombination von unerfahrenem Reiter, was Pferdeausbildung unter dem Sattel betrifft, und rohem Pferd. Aus bestimmten Gründen kommt für mich kein Beritt fürs Pferd in Frage, also muss ich mich mit Pony selber durchwursteln.
Und eben, zum ersten Klären was wie wo da beim SH Ziel ist - für mich und fürs Pony - brauchte es das erstmal im Schritt.
Die HH bekomme ich aber durchaus durch SH im Schritt aktiver, das macht sich immer nach SH-Gereit positiv bemerkbar, von daher ist für mich persönlich Schritt-SH nicht ganz so unnütz - wie Sinsa sagt - MIR ist es in Kombination auch mit Volten und Zirkeln besser gelungen, seit wir am SH arbeiten, vermutlich auch ohne das hätten wir dort Besserung erfahren, vielleicht aber auch nicht, das läßt sich ja nun nicht mehr auseinanderdividieren.
Und irgendwie sind wir da doch gar nicht so weit auseinander mit unseren Meinungen glaube ich!

Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 07:35
von Max1404
Finchen, sicherlich kann SH auch ein Mittel zum Zweck sein. Man muss nur sehr gut aufpassen, dass man sich nicht selbst betrügt. Bei Dir wäre sicherlich wichtig zu sehen, warum das mit dem Zirkel noch nicht so gut klappt. Unter vielen anderen Aspekten könnte man unter anderem die folgenden Fragen stellen: Ist das Pferd noch zu unausbalanciert? Ist das Pferd gut an den äußeren Hilfen? Kannst Du im Trab auf dem 2. Hufschlag ohne Anlehnung an die Bande/Zaun wirklich geradeaus reiten, und zwar so, dass das innere Vorderbein auf das innere Hinterbein ausgerichtet ist (Spiegelkontrolle)? Etc., etc.

Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:34
von horsman
"Finchen, sicherlich kann SH auch ein Mittel zum Zweck sein. Man muss nur sehr gut aufpassen, dass man sich nicht selbst betrügt."
Das gilt fürs SH in allen Gangarten und letztlich jede Übung in jedweder Gangart.
(und guck noch mal in deinen Beitrag, da stimmt was nicht mit der Ausrichtung des inneren Vorderbeins.)
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:36
von esge
Cubano: Aber hallo kann man SH im Schritt versammelnd und versammelt reiten!!! Wo steht denn bitte geschrieben, dass nur schwunghafte Gangarten versammelt sein können??? Im Schritt-SH versammeln sich Pferde, die noch gar nicht wussten, dass sie das können! Man muss halt Schulter und HH wirklcih kontrollieren, man muss das Pferd leicht haben und die Schultern "entbunden". Dann nimmt man den Übergang vom Schritt-SH zum Trab-SH dazu und wenn das nicht versammelnd ist, dann weiß ich es nicht. Man kann erste halbe Tritte darüber erarbeiten mit Pferden, die nicht wirklich geeigenet fürs Piaffieren sind und die das über das Zurücknehmen aus dem Trab niemals lernen würden. Schon im kleinen Schultervor kann man im Schritt erstaunlich versammelnde Effekte erzielen.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:42
von Finchen
Max1404 hat geschrieben:Finchen, sicherlich kann SH auch ein Mittel zum Zweck sein. Man muss nur sehr gut aufpassen, dass man sich nicht selbst betrügt. Bei Dir wäre sicherlich wichtig zu sehen, warum das mit dem Zirkel noch nicht so gut klappt. Unter vielen anderen Aspekten könnte man unter anderem die folgenden Fragen stellen: Ist das Pferd noch zu unausbalanciert? Ist das Pferd gut an den äußeren Hilfen? Kannst Du im Trab auf dem 2. Hufschlag ohne Anlehnung an die Bande/Zaun wirklich geradeaus reiten, und zwar so, dass das innere Vorderbein auf das innere Hinterbein ausgerichtet ist (Spiegelkontrolle)? Etc., etc.

Jo, wie schon geschrieben, es liegt an MEINEM Sitz, an MEINER Tüftelarbeit, die erforderlich ist, um mit kleinsten "Korrekturen" ein Gradeaus reiten zu können - und genau diese feine Abstimmung der unterschiedlichen Hilfen fällt mir im SH NICHT schwerer als sonstwo.
Und da sehe ich es eben anders als ihr: es ist kein Teufelswerk dennoch AUCH das SH MIT dazu zu nehmen - was nicht heißt, dass am perfekten SH gearbeitet wird, und die Zirkelreiterei etc geschludert wird. Es läuft seit einer gewissen Zeit parallel.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:49
von Cubano
@Esge: Die Diskussion hatten wir – glaube ich – schon mal an anderer Stelle. zwinker. Ich glaube nicht daran, dass man Versammlung im Schritt erarbeiten kann, weil ich an Versammlung ohne Schwung nicht glaube. Und für Schwung brauche ich Schub- UND Tragkraft, aus der nun mal die berühmte Federkraft entsteht. Weil dem Schritt aber nun mal die Schwebephase fehlt, ist er für mich auch keine versammelnde Gangart. Genau deshalb würde ich auch den versammelten Schritt erst in Angriff nehmen, wenn die versammelnde Arbeit im Trab "sitzt". Mir wäre die Gefahr viel zu groß, dass ich im Schritt-SH nur verkürzt reite.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:53
von horsman
wenn man den "Schwung" der Skala tatsächlich nur mit Schwingen in Verbindung bringt mag das wohl logisch sein. Das war aber mal anders gedacht. Und den versammelten Schritt gibt es doch auch, soweit ich mich recht entsinne.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:55
von Cubano
Jau Horsmän, den gibt es. Den versammelten Schritt – s. meinen letzen Satz im Posting oben

Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:56
von Phanja
@Cubano
Irgendwie versteh ich den Ansatz nicht
Ein Pferd kann doch auch im Schritt mit der Hinterhand Last aufnehmen, die Oberlinie dehnen und die Hanken beugen ...? Ich verstehe irgendwie nicht, warum das im Schritt nicht möglich sein soll.
Mein Tinkertier hat früher sehr dazu geneigt, im Schritt zu lateralisieren. Und das SH im Schritt hat uns sehr geholfen, das zu verbessern. Klar - für SH im Trab war einfach noch nicht die Zeit - trotzdem kann ein SH im Schritt doch sehr sinnvoll sein (finde ich)
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 08:56
von Finchen
Max1404 hat geschrieben:Finchen... Bei Dir wäre sicherlich wichtig zu sehen, warum das mit dem Zirkel noch nicht so gut klappt. :
Er klappt - aber das meinte ich mit dem hier im Thread durchaus so formuliertem sehr hohen Anspruch, dass alles in Perfektion gelingen muss, ehe man SH reiten "darf".

Mit diesem sehr hohen Anspruch als Voraussetzung gehe ich lediglich nicht konform - dass man grundlegend gescheite Zirkel reiten soll sehe ich ja voll und ganz ein. Und nicht umsonst "durfte" ich auch erst brav Kleeblattvolten im Schritt und später Trab bis zum Erbre... reiten... Zirkel mit schön Innenstellung und aktivem inneren Hinterbein... IMMER schon die "wie eine Viertelvolte" gerittenen Ecken - und dann kam der RL die Idee ich solle mal SH beginnen. Denke eure "geforderte" Reihenfolge haben meine RL, ich und das Pony durchaus eingehalten - nur würde ich deshalb nicht behaupten Zirkel perfekt reiten zu können!

Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 09:18
von esge
Dann hat man dir die versammelte und versammelnde Schrittarbeit wohl einfach noch nicht nahe gebracht, Cubano. *auch zwinker* Es gibt kein schöneres Antreten in jedwede Form von versammelten Trab als aus einem versammelten Schritt heraus. und das SH im versammelten Schritt legt die allerschönste Grundlage für das Antreten in einen einfach wundervoll versammelten Trab - wenn es gelingt, denn ich sage nicht, dass es einfach ist. Schritt ist halt in seiner versammelten Form sehr viel störungsanfälliger als Trab. andererseits hat er den Vorteil, dass der Reiter Zeit hat, sich auf seinen Sitz und seine Hilfen zu konzentrieren. Schritt ist und bleibt für mich die Gangart des Lernens, denn lernen findet am besten in langsamen Bewegungen statt. Tai Chi beruht darauf zum Beispiel.
Und weil das so ist, lernen alle Pferde bei mir jedweden Seitengang zuerst im Schritt. Und können ihn damit früher lernen, als würde ich im Trab damit anfange wollen. Die Pferde lernen zuerst übertreten auf dem Zirkel bzw. Schenkelweichen an der Wand. Daraus werden dann allmählich die korrekten Seitengänge entwickelt. GLEICHZEITIG wird das Pferd auf geraden und gebogenen Linien einspurig geschult. nach und nach wächst alles zusammen und alles verbessert sich gegenseitig.
Verfasst: Mo, 15. Aug 2011 09:18
von Gawan
Nur so zur Ergänzung: la Guérinière begann mit dem SH, "wenn ein Pferd, sowohl in dem Zirkel, als auf gerader Linie, auf beiden Händen frei fort trabt, und auf den nämlichen Linien einen gelassenen gleichförmigen Schritt geht, wenn man es an Paraden, halbe Paraden, und den Kopf nach innen zu biegen, gewöhnt hat" und er tat es im Schritt (auf SH im Trab geht er in diesem Kapitel gar nicht ein).