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Verfasst: So, 12. Feb 2012 20:57
von Gawan
Ideal wären Filmchen vom selben Pferd einmal im Schenkelweichen, einmal im Schulterherein. Hier
http://nicholnl.wcp.muohio.edu/dingosBr ... dHPass.jpg finde ich zwar, wie der Unterschied in der Theorie aussieht, aber ich würde das gerne mal in praktischer Ausführung sehen. Beim Pony sehe ich ehrlich gesagt eher ein Schulterherein und kein Schenkelweichen, bei letzterem würde ich ein geraderes Pferd erwarten

Interessanterweise habe ich vor Ewigkeiten einmal gelernt, dass das Schenkelweichen nur im Schritt und verkürzten Arbeitstrab geübt wird, für das Schulterherein lernte ich keine solche Einschränkung.
Tanja Xezal
PS: la Guérinière entwickelte das Schulterherein aus dem Schritt, aber der Mann hatte ja auch keine Ahnung.
Verfasst: So, 12. Feb 2012 21:20
von Rosana
Auf der Suche nach SH-Videos habe ich noch folgende gefunden:
Vielleicht guckt ihr mal, ob da ein korrektes dabei ist (ich wage das nicht zu beurteilen)?
Ein Lehrvideo mit SH im Trab:
Am Anfang nur Erklärung, geritten ab ca. 1:30
http://www.youtube.com/watch?v=-LOhqm3dcYM
Noch ein Lehrvideo mit SH im Schritt, hier wird ab ca. 1:40 geritten:
http://www.youtube.com/watch?v=rVwGZ51GHqw
Hier soll SH im Galopp zu sehen sein, ich persönlich kann das nicht erkennen (auf jeden Fall wird der Kopf nach innen gezogen)
http://www.youtube.com/watch?v=TcdEv-x8XAE
Hier ein Lehrvideo mit SH im Trab, indem auch absichtliche Fehler gezeigt werden:
http://www.youtube.com/watch?v=Q3TyTlrUJn8
Verfasst: So, 12. Feb 2012 22:08
von horsman
das letzte Video gibt einige Aufschlüsse, weil absichtlich Fehler demonstriert werden und dann wieder korrekt geritten wird. Soweit find ich das ganz in Ordnung, bis auf das für meinen Begriff etwas zu sehr zugeschnürte Reithalfter, das deswegen untätige Maul und die Tatschache dass wenn man Versammlung entstehen lassen will, dass man dann nicht immer wieder zuviel Vorwärtsschub provozieren sollte. Aber gut, es ist ein junges Pferd, welches seinen starken Schub noch auf die Hand schiebt. Leider nutzt der Reiter das SH nicht unbedingt effektiv um gerade das zu bearbeiten. Aber wenn es die Anfänge sind, macht es durchaus Sinn, das Pferd immer wieder stark vorwärts zu reiten, nur irgendwann sollte auch Versammlung entstehen, und dazu muss der Tempo herunter (bei Gleichmass im Taktes natürlich und Erhalt bzw. Steigerung der Impulsion). Möglicherweise scheut der Reiter dies aber, weil, wie man hört, der Richter das nicht sehen will. Grrrr....
Die anderen 3 Videos find ich aus verschi. Gründen nicht sehr ergiebig was korrektes SH betrifft.
Man sollte auch berücksichtigen, dass SH im Laufe der Entwicklung eines Pferdes natürlich auch einen Prozess durchläuft und die Qualität nach einigen Jahren der Ausbidlug eine höhere ist (sofern gut ausgebildet), als zu Beginn. Insofern muss man Fehler im Sh nicht von vornherin verteufeln, sondern muss den Werdeprozess mit im Auge haben.
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 08:44
von Gast
Moin
Zum 4. Video, Rosana, das mit Andrew Gould & Daniel Timson:
Re Hand, jeweils die langen Seiten auf den Betrachter zu:
Der erste Durchlauf ab 0:53 ist mit zu viel Abstellung angelegt was zu "Rumplern" im flüssigen Ablauf führt. Erleichtert wird dem Pferd die Ausführung aber durch den Umstand, dass es das starke Hinterbein (hi re) zum Untertreten benutzen kann. Den Hang zum Verwerfen unterbindet mir der Reiter etwas zu sehr am rechten Zügel, was auch jeweils unmittelbar Auswirkungen aufs rechte Hinterbein hat.
Der zweite Durchlauf ab 1:25 gelingt besser, der Ablauf ist flüssiger (weil flacher angelegt) und das Pferd tritt schwungvoll unter. Noch verwirft sich aber das Pferd, was sich aber mit zunehmender Geraderichtung und Kräftigung des schwachen linken Hinterbeins automatisch geben wird.
Den Drang des Pferdes auf die Hand zu kommen, begegnet deReiter völlig richtig mit dem "Nach-Vorne-Weisen" der Hand, gut zu sehen bspw. bei 1:28 und 1:30. Dadurch lässt der Reiter den Schwung nach vorne durch. Dadurch wird die Schubkraft erhalten und in die richtige Richtung gelenkt, das Pferd wird so nach und nach an die Entwicklung der Tragkraft herangeführt.
Linke Hand, die langen Seiten auf den Betrachter zu:
Gleich zu Beginn bei 2:00 werden Reiter und Pferd Opfer des Rechtsdralls des Pferdes. Das Pferd kommt zu sehr in "falsche" Stellung, verbiegt also den Hals und schiebt über die rechte (schwache) Schulter weg. Hier könnte der Reiter am rechten Zügel etwas mehr begrenzen und innen etwas mehr vorgeben, um dem schwachen linken Hinterbein den Weg nach vorne offen zu halten.
Besonders gut zu sehen ist dieser Drall und die falsche Stellung an der 2. langen Seite (vom Betrachter weg, ab 2:15) ... das Pferd kommt zu eng, weil es nach links, also zur hohlen Seite hin, so wunderbar "nachgeben kann". Es fällt, wie man deutlich sieht, auf die rechte Schulter und drängt quasi nach vorn. Ihm fehlt schlicht noch die Kraft, sowohl im linksseitigen Hals, als auch im linksseitigen Hinterbein.
An der übernächsten langen Seite (vom Betrachter weg, ab 2:48) korrigiert der reiter das schon leicht, er lässt das Pferd links mehr vor und "zwingt" so das schwache linke Hinterbein zu deutlicherem Vortritt. Dabei hält er die Abstellung flacher und erhält den Schwung, was dem Pferd das nach VORNE und in Richtung unter den Schwerpunkt Treten erleichtert.
An den kurzen Seiten frischt der Reiter jeweils das Tempo etwas auf, damit das Pferd nicht zu sehr zurück kommt. Allerdings könnter er dabei innen noch etwas leichter werden und das Pferd mehr vor lassen.
Ab 3:05 sieht man schon erste Erfolge ... das Pferd verwirft sich weniger, tritt besser an die linke (innre) Hand und der Ablauf wird flüssiger. Einzelne "Ausbruchsversuche" über die rechte Schulter, fängt der Reiter sorgsam auf.
Alles in Allem .. gute Arbeit.
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:09
von sinsa
Zum letzten Video: Ganz ehrlich: wenn man das SH vom Isi richtig kritisieren darf, dann sollte das auch beim letzten Video machbar sein
Sorry, aber das erste ab SEk. 53 ist nichtmal in der Nähe von SH.
Das ist schräggeschrubbter Bullshit - auch wenn das nicht im Schritt ist und auch dann, wenn der Reiter kein Kostüm trägt.
Aber ein verdammt nettes Pferd mit Möglichkeiten der Beinverknurzung

Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:21
von Motte
Ähm...sinsa:
Hast du gehört, was da zu den jeweiligen Sequenzen gesprochen wird?
Da wird nicht jedesmal ein "richtiges" SH gezeigt, sondern auch typische Fehler. Und die erste Sequenz ist Beispiel für einen typischen Fehler. Der Andrew Gould kommentiert das ja auch mit "I think he did it on purpose".
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:22
von chantesse
sinsa,
Du solltest auf die Kommentierung achten, das von Dir angekrittelte SH ab Min 0,53 ist absichtlich falsch geritten.
hach, die reden ja so ein nettes englisch, ich bin ganz hin und weg... *smile*...
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:25
von Rosana
@sabrell: Vielen Dank für die ausführliche Kommentierung - so kann man was lernen

Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:30
von Gast
Dafür nicht, Rosana ... es war mir ein Vergnügen :)
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 10:59
von sinsa
OK... ...
ich habe hier keinen Ton und habe mich dann von sabrells Kommentar dazu fehlleiten lassen. Daran mag das dann liegen.
Naja, ich bekomme aber doch wenigstens einen halben Punkt fürs erkennen von Schrägschrubben statt Schulterherein, oder? *liebguck*

Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 11:04
von Gast
sinsa hat geschrieben:
ich habe hier keinen Ton
Jo, daran mags gelegen haben .. ich hatte den Ton auch aus, der Ablenkung wegen.
:)
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 11:43
von Celine
Rosana hat geschrieben:@sabrell: Vielen Dank für die ausführliche Kommentierung - so kann man was lernen

Dem schließe ich mich an

Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 12:10
von horsman
Dem noch recht grünen Pferd im 4. Video täte z.B. SH-Arbeit im Schritt sehr gut. Offensichtlich hat man das übersprungen, jedenfalls wirds ja im Video nicht gezeigt oder erwähnt. Schade drum.
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 12:40
von Gast
Und warum würde dem Pferd das gut tun?
Verfasst: Mo, 13. Feb 2012 12:45
von horsman
weil es das Pferd schult die Beine zu sortieren insbesondere ein Gefühl für die Hinterbeine entwickelt, ihm vermittelt Gleichgewicht zu suchen und zu finden, weil es gymnastiziert (Schultern, Rumpf+Rücken und HH) und weil es Kraft aufbaut ohne allzu verschleißend zu sein. Und ganz einfach auch, weil es hilfreich für Kommunikation sein kann, wenn erst das a b c lehrt bevor man einen Text ließt.