Buckeln beim reiten ohne Sattel
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Buckeln beim reiten ohne Sattel
Hallo ihr lieben, bin mal wieder hier mit neuem Problem. Woran könnte es liegen, dass mein hotti am anfang der reitstunde, wenn ich ohne sattel auf dem blanken rücken reite immer buckelt? Er ist sonst überhaupt kein buckler, weder mit sattel, noch wenn ich nur mit dünner schabracke auf ihn reite. Also ohne decke buckelt er und mit nicht. Das ist schon öfter vorgekommen, er macht sich richtig rund und ich brauch nur die Beine anzulegen damit er flotter wird und dann reite ich rodeo. Bin aber bis jetzt immer drauf geblieben und es ist noch nix schlimmes passiert, aber ich möchte wissen woran das liegen könnte. Hat jemand vielleicht das selbe Problem? LG Cyndy
Hallo,
Ich kann nur sagen, ich hatte das Problem auch, bei mir passierte es aber eigentlich nur im Galopp.
Mit einem Barebackpad war es besser, und _richtig_ gut wurde es erst, als er gelernt hatte, mich wirklich reell zu tragen.
Ich nehme an, dass der Sattel da einfach viel kaschiert. Wird mit Sattel auch ohne aufgewölbten Rücken das Gewicht gut verteilt, kommt der Druck ohne Sattel sehr punktuell an, das kann zwicken. Vielleicht ist es mit einer Satteldecke gerade noch ok.
Auch eine Theorie, überschneidet sich ein wenig: das Pferd findet ohne Sattel mit (rutschendem/wackelndem?) Reiter drauf seine Balance nicht und versucht durch das buckeln, den Hinterbeinen Platz zu machen und so die Balance wiederzufinden.
Ich habe den Galopp ohne Sattel komplett ausgespart.
Viel Desensibilisierungsarbeit ohne Sattel, also auf dem ganzen Pferd herumklettern *g*, und parallel dazu mit Sattel an einem gesetzten, runden Galopp in weitgehender Selbsthaltung und Balance gearbeitet.
Ich finde es wichtig, nicht mehr über die Schwelle des fürs Pferd offenbar unangenehmen zu gehen; wenn ich merke, die Muskeln spannen sich an (Fannan meldet zum Glück sehr früh, dass es ihm unwohl ist): Ruhe reinbringen und erhalten, meist heißt das für mich durchparieren und wieder an den Zutaten arbeiten.
Mittlerweile habe ich schon im Trab ein Gefühl dafür, ob der Galopp was wird oder nicht. Das letzte buckeln ist viele Monate her.
Ich arbeite jetzt als nächstes daran, ohne Sattel und Zaumzeug galoppieren zu können
.
Aber wenn ich zurückschaue, vor 2 Jahren war ich wirklich verzweifelt und dachte, das wird NIE was. Ernsthaft. Ich dachte, das geht mit jedem Pferd, aber nicht mit meinem.
Fannan kann bocken wie ein echtes Rodeopferd, da ist schon so manchem die Kinnlade runtergefallen. Ratschläge wie "einfach vorwärtsreiten", was mir von allen möglichen Seiten empfohlen wurde, mögen theoretisch korrekt sein, in der Praxis aber nicht umsetzbar für jemanden, der an seinem Leben hängt. Ohne Sattel!
Lass dir da bloß nichts einreden, Gesundheit geht vor.
Oft genug ist es kein Respektsproblem, sondern, wie in meinem Fall, echtes Unbehagen oder gar Schmerzen, Pferde haben leider nicht so viele Möglichkeiten, sich uns auszudrücken.
viel Erfolg
Melli.
PS Fannan in Aktion (wenn auch ohne Reiter):
Ich kann nur sagen, ich hatte das Problem auch, bei mir passierte es aber eigentlich nur im Galopp.
Mit einem Barebackpad war es besser, und _richtig_ gut wurde es erst, als er gelernt hatte, mich wirklich reell zu tragen.
Ich nehme an, dass der Sattel da einfach viel kaschiert. Wird mit Sattel auch ohne aufgewölbten Rücken das Gewicht gut verteilt, kommt der Druck ohne Sattel sehr punktuell an, das kann zwicken. Vielleicht ist es mit einer Satteldecke gerade noch ok.
Auch eine Theorie, überschneidet sich ein wenig: das Pferd findet ohne Sattel mit (rutschendem/wackelndem?) Reiter drauf seine Balance nicht und versucht durch das buckeln, den Hinterbeinen Platz zu machen und so die Balance wiederzufinden.
Ich habe den Galopp ohne Sattel komplett ausgespart.
Viel Desensibilisierungsarbeit ohne Sattel, also auf dem ganzen Pferd herumklettern *g*, und parallel dazu mit Sattel an einem gesetzten, runden Galopp in weitgehender Selbsthaltung und Balance gearbeitet.
Ich finde es wichtig, nicht mehr über die Schwelle des fürs Pferd offenbar unangenehmen zu gehen; wenn ich merke, die Muskeln spannen sich an (Fannan meldet zum Glück sehr früh, dass es ihm unwohl ist): Ruhe reinbringen und erhalten, meist heißt das für mich durchparieren und wieder an den Zutaten arbeiten.
Mittlerweile habe ich schon im Trab ein Gefühl dafür, ob der Galopp was wird oder nicht. Das letzte buckeln ist viele Monate her.
Ich arbeite jetzt als nächstes daran, ohne Sattel und Zaumzeug galoppieren zu können

Aber wenn ich zurückschaue, vor 2 Jahren war ich wirklich verzweifelt und dachte, das wird NIE was. Ernsthaft. Ich dachte, das geht mit jedem Pferd, aber nicht mit meinem.
Fannan kann bocken wie ein echtes Rodeopferd, da ist schon so manchem die Kinnlade runtergefallen. Ratschläge wie "einfach vorwärtsreiten", was mir von allen möglichen Seiten empfohlen wurde, mögen theoretisch korrekt sein, in der Praxis aber nicht umsetzbar für jemanden, der an seinem Leben hängt. Ohne Sattel!
Lass dir da bloß nichts einreden, Gesundheit geht vor.
Oft genug ist es kein Respektsproblem, sondern, wie in meinem Fall, echtes Unbehagen oder gar Schmerzen, Pferde haben leider nicht so viele Möglichkeiten, sich uns auszudrücken.
viel Erfolg
Melli.
PS Fannan in Aktion (wenn auch ohne Reiter):
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- Klein_imm027_28.JPG (37.3 KiB) 16388 mal betrachtet
Hmmmm,
da Du schreibst, dass Dein Pferd das nicht macht, wenn Du eine dünne Decke drunter hast, würde ich jetzt mal Schmerzen ausschließen. Ganz ohne Decke rutscht man ja doch ein bissl mehr als mit Decke, insofern könnte ich mir vorstellen, dass genau das Dein Pferd stört. Sei es, dass es aus dem Gleichgewicht kommt, sei es, dass es das unangenehm findet oder was auch immer. Vielleicht ziepen auch die Haare an der Reithose oder weiß der Kuckuck was.
Warum nicht einfach eine Decke drunter machen?
Medora
da Du schreibst, dass Dein Pferd das nicht macht, wenn Du eine dünne Decke drunter hast, würde ich jetzt mal Schmerzen ausschließen. Ganz ohne Decke rutscht man ja doch ein bissl mehr als mit Decke, insofern könnte ich mir vorstellen, dass genau das Dein Pferd stört. Sei es, dass es aus dem Gleichgewicht kommt, sei es, dass es das unangenehm findet oder was auch immer. Vielleicht ziepen auch die Haare an der Reithose oder weiß der Kuckuck was.
Warum nicht einfach eine Decke drunter machen?
Medora
- Alix_ludivine
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"Reell tragen" ist das, was Deiner mit Dir noch nicht macht. Zur Zeit schleppt er Dich noch mit und benutzt nicht seinen Rücken.
@Melli
Dein Pferd sieht wirklich spektakulär aus
DA will ich auch nicht draufsitzen.
LG Alix
@Melli
Dein Pferd sieht wirklich spektakulär aus

LG Alix
Zuletzt geändert von Alix_ludivine am Do, 05. Jul 2007 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
- Alix_ludivine
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Wie schon geschrieben: mich "aktiv" tragen, bewusst tragen, sich bewusst und selbstständig unter mir runden, die Bauchmuskeln anspannen.
Bei mir ging dieser Weg letztlich nur über den versammelten Galopp. Ich habe monatelang schwerpunktmäßig Galopparbeit gemacht, so lange, bis der ich sag mal auf L-Niveau war. Sicherer Außengalopp, Tempowechsel über den Sitz, traversartig Zirkel verkleinern und schulterhereinartig vergrößern, und all das bitte leichter als leicht
.
Und jetzt isses jut.

Bei mir ging dieser Weg letztlich nur über den versammelten Galopp. Ich habe monatelang schwerpunktmäßig Galopparbeit gemacht, so lange, bis der ich sag mal auf L-Niveau war. Sicherer Außengalopp, Tempowechsel über den Sitz, traversartig Zirkel verkleinern und schulterhereinartig vergrößern, und all das bitte leichter als leicht

Und jetzt isses jut.

@ Melli: Ich denke aber, daß dieser Schritt für Cyndies Fall noch zu früh ist mit Außengalopp etc. Dein Araber hat laut dem Buckelbild (
) eine schöne Oberlinie vor allem für so einen trocken gebauten Windhund. Respekt, dass seine Wirbelsäule verschwindet. Eher sieht man oft nur Wirbeln und sonst nichts auf einem Araberrücken.
Ich denke, sie sollte erstmal von ganz vorn beginnen unter Anleitung. Die Grundlagen für die genannte (und auch sehr wirkungsvolle) Galopparbeit sitzen noch nicht. Es gibt es sehr gutes Gelände, die Stangenarbeit etc., was man sich auch zu Nutze machen kann. Die Galopparbeit kann man evtl. eher erstmal an der Longe einbauen für gute Muckies. Aber auch da muss er real (reell???) die Spannung halten können und nicht schummeln.
LG Susi


Ich denke, sie sollte erstmal von ganz vorn beginnen unter Anleitung. Die Grundlagen für die genannte (und auch sehr wirkungsvolle) Galopparbeit sitzen noch nicht. Es gibt es sehr gutes Gelände, die Stangenarbeit etc., was man sich auch zu Nutze machen kann. Die Galopparbeit kann man evtl. eher erstmal an der Longe einbauen für gute Muckies. Aber auch da muss er real (reell???) die Spannung halten können und nicht schummeln.
LG Susi
Zuletzt geändert von kallisto am Do, 05. Jul 2007 10:45, insgesamt 2-mal geändert.
Ich hatte das Problem bei meiner Stute früher auch. Kann es vielleicht sein, dass die Rückenmuskeln von deinem Pferd noch nicht richtig aufgebaut sind, es vielleicht verspannt ist und du vielleicht auch spitze Knochen hast? Bei meiner war das damals das Problem, dass ich mit meinen wirklich spitzen Knochen immer in ihren Rücken gedrückt habe, wenn sie versucht hat sich rund zu machen. Damals waren ihre Muskeln auch noch nicht richtig ausgebildet. Mit Decke ging es dann.
LG
Sheitana
LG
Sheitana
LG
Sheitana
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Sheitana
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@Sheitana
Ich glaube Rückenmuskeln kann er ja kaum haben, wenn er den Rücken nicht aufwölbt. So richtig darüber bescheid weis ich auch nicht, weil ich früher nicht so die Probleme bei anderen Pferden hatte und ich damit nicht konfrontiert wurde. Deshalb kann ich nicht wirklich viel dazu schreiben. Früher wurde ich auch nicht aufgeklärt, dass ein Pferd den Reiter mit rücken tragen muss, nun hab ich den salat.
Ich glaube Rückenmuskeln kann er ja kaum haben, wenn er den Rücken nicht aufwölbt. So richtig darüber bescheid weis ich auch nicht, weil ich früher nicht so die Probleme bei anderen Pferden hatte und ich damit nicht konfrontiert wurde. Deshalb kann ich nicht wirklich viel dazu schreiben. Früher wurde ich auch nicht aufgeklärt, dass ein Pferd den Reiter mit rücken tragen muss, nun hab ich den salat.
Dann könnte es gut daran liegen, dass es ihm einfach unangenehm ist, ob nun durch fehlende Rückenmuskeln oder wirklich dadurch, dass ihn deine Knochen noch stören, weil da einfach nicht genug zum tragen bzw. zum polstern ist. Ist jetzt nur mal so eine Theorie.
LG
Sheitana
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Sheitana
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Naja, aber ich denke, Du hast schon Leutchen im Stall, die auch in ähnlicher Weise diese Probleme haben und deren Pferde mittlerweile über den Rücken laufen. Und Du weißt dadurch auch wie lang das dauert und dass das am Anfang sehr unspektulär aussieht. Die Muskeln der Oberlinie kannst Du bei den Pferden nicht leugnen.
Es ist ja nicht nur der Muskelaufbau, sondern er muss lernen, sich anders zu bewegen und er muss gymnastiziert werden, so dass er die Bewegungen auch ausführen kann. Wenn Pferd und Reiter darin beide große Probleme haben, dann muss man sich helfen lassen und evlt. auch erstmal vom Boden aus Muskeln aufbauen, weil ihm das leichter fallen wird.
LG Susi
Es ist ja nicht nur der Muskelaufbau, sondern er muss lernen, sich anders zu bewegen und er muss gymnastiziert werden, so dass er die Bewegungen auch ausführen kann. Wenn Pferd und Reiter darin beide große Probleme haben, dann muss man sich helfen lassen und evlt. auch erstmal vom Boden aus Muskeln aufbauen, weil ihm das leichter fallen wird.
LG Susi
- Alix_ludivine
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